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1. Reise 225

Meine erste Reise auf ROS 225 Cottbus

Die Bild-Texte stammen aus meinem Album von 1969!

Während der vierzehntägigen Ausreise zum Fangplatz und auch danach wurde ich vom Chief, Edmund Kliem, zum Tagestörn eingeteilt, d. h. ich hatte Arbeitszeit von 08:00 – 12:00 Uhr und von 13:00 – 17:00 Uhr.Nach etwa 10 Tagen am Fangplatz kam ich gegen 13:00 Uhr an Deck und bemerkte, dass wir nicht fischten sondern zügig Fahrt machten. Auf dem Bootsdeck reparierten Matrosen Netze. Als sie mich sahen rief einer: „Epi, du hast vielleicht ein Schwein, machst die erste Reise und kommst gleich ins Ausland!“ Ich war erst einmal skeptisch, denn Neulinge wurden auch gerne mal gefoppt. Meinen Schiffsrundgang habe ich dann über die Brücke ausgedehnt und erfuhr tatsächlich, dass wir auf dem Weg nach St. Pierre (Kanada) unterwegs waren.Grund dafür war ein Beschluss der Betriebs- und Gewerkschaftsleitung zur Verbesserung der Lebensbedingungen des Flottenpersonales. Ab diesem Zeitpunkt durfte im Ausland frisches Obst und Gemüse eingekauft werden. Pro Mann wurden dafür im Monat 1o DM (Devisen) bereitgestellt. Darüber mögen heute manche Leute lachen, aber 1969 war das eine wirkliche Verbesserung der Versorgung mit frischem Obst und Gemüse an Bord der Fischereiflotte.Wir sollten für drei Besatzungen einkaufen, für ein FVS mit etwa 90 Mann, einem Zubringertrawler mit 22 Mann und wir waren 32 Mann auf der Cottbus. Der Kapitän hatte per Funk beim Schiffsmakler in St. Pierre den Einkauf bestellt. Doch nach dem Einlaufen stellte sich heraus, dass diese Menge an Obst und Gemüse auf der Insel nicht vorrätig war und erst eingeflogen werden musste. Zur Freude aller konnten wir dadurch zwei Hafenliegetage genießen. Über die Menge an Gemüse und Südfrüchten pro Mann für nur 10 DM im Monat habe ich noch Jahre später gestaunt.

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