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1. Reise 2. Landgang

Am 2. Tag überbrückten einige Kollegen (ich eingeschlossen) das Warten auf die Gemüsefracht mit dem Besuch bei spanischen Fischern. Zwei Fischereischiffe, Logger-Größe, lagen ebenfalls im Hafen. Wir wurden freundlich empfangen und von der Brückenwache in die Kombüse zum Schiffskoch verwiesen. Der sprach perfekt deutsch, da er drei Jahre als Gastarbeiter in München gearbeitet hatte. Bei reichlich "vino blanco" und "vino tinto" dauerte der Erfahrungsaustausch den ganzen Vormittag.Nun eine Frage an alle Reiseteilnehmer: "Was haben wir von den Spaniern als Geschenk bekommen?"Es hat noch auf vielen Bordpartys eine umwerfende Rolle gespielt. Der erste, mit der richtigen Anwort bekommt ein Präsent!Die Frage wurde richtig beantwortet von Manfred Mielke !!! Nachdem ich auf dem Treffen von ROS 337 am 17.10.2009 erfahren hatte, dass Manfred 1969 auf ROS 225 als Matrose gefahren ist, habe ich ihm die Frage gestellt. Manfred antwortete nach kurzem Nachdenken: "Die Spanier gaben uns Wein in Ziegenlederbeuteln mit Schraubverschluß und als dann der Wein alle war, haben wir aus dem Beutel bei Partys Bier getrunken" (d. h. mit dem Beutel wurde in den Mund gespritzt).Zu Erläuterung: Wie beim Stiefeltrinken saßen alle im Kreis und der Beutel wurde von rechts nach links weitergereicht. Zu fortgeschrittener Stunde wurde der Schwierigkeitsgrad des Trinkens erhöht ...... dann mußte man dem gegenüber Sitzenden im Kreis in den Mund spritzen.Wie das "feuchtfröhliche Gelage" dann endete kann sich wohl jeder denken ...

Die Spanier fischten zu dieser Zeit Kabeljau mit Angeln. So weit mir noch bekannt ist, hatten die Angler für diese Fangmethode auf den Seekarten abgesteckte Gebiete, damit sie mit den Schleppnetzfischern nicht ins Gehege kamen. Bei plötzlichem Sturmaufkommen schafften es die Angler oft nicht alle Angeln zu bergen. Es trieben Angeln ab oder rissen sich von den Kennzeichnungsbojen los und sackten auf Grund ab.Im weiteren Reiseverlauf machten auch wir damit noch unerfreuliche Bekannteschaft. Bei einem Hol wurde ein Netz gehievt, in das sich mehrere Angeln verfangen hatten. Das Netz mußte sofort gewechslt werden und war für Tage unbrauchbar. Was es bedeutete die verschlungenen Angelleinen mit den vielen Haken aus dem Netz zu entwirren, kann man sich denken. Als ich die bunten Leinen von etwa 8 mm Durchmesser sah, habe ich mich eigennützig am Entwirren beteiligt. Drei Enden a' 20 Meter habe ich mir mit Erlaubnis des Bestmanns Bernhard Grundmann erarbeitet. Mit meinen Segelschein-Kenntnissen und der Nachhilfe der Decksleute habe ich die Enden mit Augspleiss oder Rüchspleiss versehen und als "Heimatware" in meinem Seesack verstaut. Zu Hause dienten sie als Wäscheleinen und Festmacher bei mehreren Umzügen. Sie rochen noch Jahre danach nach Seewasser. Eine dieser Leinen hat es aus dem Atlantik sogar bis nach Ottleben geschafft.

Und so sieht ein glücklicher Gewinner aus !!!

Ablaufendes Lotsenboot von Saint Pierre

Nach Übernahme unserer Ladung liefen wir abends von Saint Pierre zum Fangplatz aus.

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