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HochseefischernachrichtenHerausgeber Kapitän Horst-Dieter Seffner
Das sind wir Als unser Betrieb aufgelöst wurde dachte niemand daran, dass es ja keinen Nachfolger geben würde und wir alle dafür sorgen sollten, dass unsere Geschichte erhalten bleiben muss. Jeder hatte mit sich selbst zu tun um mit den neuen Gegebenheiten fertig zu werden. Es hätte uns zu denken geben müssen, dass die Westdeutschen Hochseefischer schmerzhaft festgestellt hatten, dass sie keinen Seitenfänger als Denkmal behalten hatten und so kauften sie für eine Mark den Seitentrawler „Gera“. Dieses Schiff ist heute ein mit viel Liebe und Umsicht gepflegter Anlaufpunkt in Bremerhaven.Wir hätten damals daran denken müssen einen Z-Trawler zu behalten, denn dieser leistungsstarke Schiffstyp war einmalig in der Welt. Es hat aber niemand daran gedacht und es hätte wohl auch keine finanzkräftigen Sponsoren gegeben.Es gab Anfang der Neunziger keine Ansätze für eine Traditionsarbeit. Die einzige Ausstellung über die Hochseefischerei in Rostock, das Traditionskabinett, musste aus seinen Räumen in der Salzerei weichen. Es ist der damaligen Geschäftsführerin Traute Secander der RFH GmbH zu danken, dass doch einiges sichergestellt wurde. Um unseren Gedenkstein und den Betonhochseefischer kümmerte sich niemand.1995 luden die westdeutschen Kapitäne zu einem gesamtdeutschen Kapitänstreffen der Hochseefischerei in Cuxhaven ein. Das fand großen Anklang und es wurde beschlossen diese Treffen jährlich durchzuführen und zwar ein Jahr in Cuxhaven und danach immer in Rostock. Das wird auch bis heute so beibehalten und findet auch viel Resonanz.2002 organisierte Jürgen Petzold ein erstes Treffen der ehemaligen Fischereivertretung von Mosambik. Dieses Treffen wurde mit Begeisterung aufgenommen und findet nun alle zwei Jahre mit einem Informationsnachmittag bei Kaffee und Kuchen und dann mit einem geselligen Abend statt.2005 war der Zustand um unseren Gedenkstein für die auf See gebliebenen Hochseefischer unerträglich geworden und so ergriffen Hermann Cziwerny, Traute Secander, Timo Lührs und Klaus Worgall die Initiative um den Stein umzusetzen. Es wurden Spendengelder gesammelt. Dafür gab es eine große Bereitwilligkeit und so wurde ein würdiger Platz am Terrassenkaffee geschaffen. Die Anlage wurde 2006 würdig eingeweiht.Ab 2001 gab es die ersten Hochseefischer-Webseiten von ehemaligen Betriebsangehörigen im Internet. Die ersten Betreiber, also „Webmaster“, waren Roger Schmidt, Uwe Köhn, Wilfried Gille und Roland Knietsch.Von 2007 ab wurden die Verbindungen intensiver und es gab den „Internethochseefischer“ mit Nachrichten. Dort kam auch der Gedanke auf doch mal ein Treffen ehemaliger Betriebsangehöriger und Hochseefischer zu organisieren. Die Idee wurde aufgegriffen und genutzt wurde im April 2008 die für eine Aktivität der RFH GmbH geschmückte Fischhalle 1. Es überraschte die Organisatoren welch große Beteiligung es gab. Es kamen „Ehemalige“ aus allen Teilen dieses Landes. Das war auch ein Erfolg des Internets. Die Organisatoren nahmen das als Anlass für 2010 langfristig ein Treffen zum 60. Jubiläum des Fischereistandortes Marienehe vorzubereiten. Dieses 1.Treffen gab auch den Anstoß für Aktivitäten für unsere Traditionsarbeit. So wurde unter Regie von Horst Wolfram eine Präsentation der Hochseefischerei im ehemaligen Schifffahrtsmuseum vorbereitet und im Dezember feierlich eröffnet. In Dresden wurde der erste Hochseefischerstammtisch gegründet und auch in Waren traf man sich zum Hochseefischerstammtisch. Im Internet entstanden weitere Internet-Homepages von Günther Kröger, Hubert Klühe, Karl-Heinz Gubick und vom Dresdner Stammtisch. Besonders aussagekräftig, was die Geschichte unseres Betriebs betrifft, ist Günther Krögers HP www.rostocker-hochseefischerei.de .In Vorbereitung des großen Jubiläums wurde an dem Buch „FischGründe“ gearbeitet. Zahlreiche ehemalige Betriebsangehörige schrieben dafür Beiträge mit Besonderheiten. Dabei arrangierte sich besonders Fritz Hartung. Unter seiner Leitung wurde auch eine umfassende Ausstellung auf dem Traditionsschiff zu unserem Jubiläum vorbereitet. Es war also Bewegung in unsere Traditionsarbeit gekommen.Für die umfassenden Vorbereitungen zu unserem Jubiläumstreffen fanden sich Bereitwillige die mit viel Energie die Organisation absicherten. Wer waren denn diese „Organisatoren“? Sie verdienen hier mit großem Lob genannt zu werden. Unter der Leitung von Hermann Cziwerny wirkten: Traute Secander, Bernd Coijanovic, Heidemarie Lada, Horst Seffner, Frank Pieper Timo Lührs, Dieter Lehmann, Peter Kruse und Werner Krause. Ihre Aktivitäten wurden von Frau Priebe, der Geschäftsführerin der RFH GmbH, hervorragend und umsichtig unterstützt.Es kam der 20. April 2010 - der Tag unsers Jubiläumstreffens. Am Vorabend wurde bereits die schon genannte Ausstellung auf dem Traditionsschiff eröffnet Der Tag begann und endete mit strahlendem Sonnenschein. Den hatten sich die Organisatoren verdient. Das Treffen begann mit Böllerschüssen und einer Kranzniederlegung am Gedenkstein. Danach gab es für jedem etwas zu sehen, zu kaufen und zu essen. Mit Traditionsschiffen, Seenotrettungsübungen mit Hubschrauber und Spezialschiffen, Gesang und Musik gab es auch etwas zu erleben. Das Treffen war perfekt organisiert und ein riesiger Erfolg. Es ist aber nicht zu sagen wie viele Besucher kamen. In der Presse war von bis zu 20.000 die Rede. Auf alle Fälle es waren mehr als erwartet und es gab keine Kritiken. Man hörte nur positives.Noch im Jahr 2010 gab es den 1. Rostocker und Thüringer Stammtisch. Es ist erfreulich welchen Zulauf diese Stammtische haben. Weitere HP’s entstanden. Es gibt auch zahlreiche Klassentreffen. Nennen möchte ich dass von Werner Lemke organisierte. Auch mehrere Schiffsbesatzungen treffen sich regelmäßig. Allen voran Elvira Eisenschneider, Heinz Pries und Junge Welt. Und vieles geschieht von dem man nichts erfährt. Leider. Aber berichtet werden kann nur das, was bekannt gegeben wird. Das Interesse an Nachrichten ist größer als man sich das eigentlich vorstellen kann.2011 war die Umsetzung unsers Gedenksteins notwendig geworden. Die RFH GmbH veranlasste auf ihre Kosten die Umsetzung vor das Verwaltungsgebäude. Der neue Standort wurde am 13.Oktober feierlich eingeweiht. Unser Betonhochseefischer, an dem mehr als 20 Jahre nichts gemacht wurde, wurde auf Kosten von Timo Lührs, dem Betreiber der Hafenkantine, restauriert und hat nun wieder ein würdiges Aussehen.Wie geht es weiter? Die Stammtische treffen sich weiterhin regelmäßig. In Dresden wird es ein Treffen von Mitgliedern aller Stammtische geben. In Bayern ist ein Stammtisch im Aufbau. Das nächste Treffen aller ehemaligen Betriebsangehörigen in Rostock soll für den 12. Mai 2012 vorgesehen werden. Die Ausstellung über uns auf dem Traditionsschiff war zeitlich begrenzt und verschwand in die Abstellräume. Inzwischen wurde dort eine Dauerausstellung aufgebaut und wieder eröffnet. Im DDR Museum in Dresden Radebeul wurde vom Dresdner Stammtisch eine Ausstellung über die DDR Hochseefischerei organisiert und wird laufend erweitert. Ab Mitte der 90ger Jahre erschienen erstaunlich viele Bücher über unsere Geschichte. Es gab also Kollegen die zur „Feder“ griffen und ihre und unsere Geschichte zu Papier brachten. Darüber wird gesondert berichtet werden.Die Ausführungen zeigen es gibt ehemalige Kollegen, die sich arrangieren für die Erhaltung unserer doch bemerkenswerten Geschichte und das ist erfreulich. Allen Aktiven kann man immer wieder nur danken. Ich denke, es gibt da auch eine Dankbarkeit in der Geschichte unseres ehemaligen Betriebes mitgewirkt zu haben und damit ist auch eine bestimmte Erfüllung und Zufriedenheit verbunden. Aufgeschrieben von Horst Seffner
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