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Text 225.1Wenn ihr keinen Einsatz für mich habt, hättet ihr mich auf Abruf zu Hause lassen können. Setzt mich wenigstens fachlich ein oder ich kündige und fahre wieder nach Hause. Nach dem dritten Anlauf konnte ich dann tatsächlich in der Ankerwickelei arbeiten. Trotzdem fragte ich weiter regelmäßig nach, wann komme ich nun auf ein Schiff ? In Erwartung einer Seereise kaufte ich mir einen Fotoapparat (EXA 1a), machte zur „Probe“ am Wochenende erst einmal in Warnemünde eine Hafenrundfahrt zum Überseehafen und schoss die ersten Fotos. Am 13.05.1969 bekam ich von der AKL den Anruf: Sachen aus dem HdH holen, Heuerschein unterschreiben und auf ROS 225 anmustern. Um den Quälgeist loszuwerden, hatte man wohl beschlossen auf ROS 225 einen zweiten Elektriker einzusetzen. Während des Lehrgangs hatten wir ein Fang- und Verarbeitungsschiff besichtigt und nun stand ich vor einem Seitentrawler. Von außen sah das Schiff klein aus, obwohl die Typ 3er von den Seitentrawler die Größten waren. An Bord angekommen änderte sich dann mein erster Eindruck positiv. Der LTO (Leitender Technischer Offizier, genannt Chief) bei dem ich mich zu melden hatte war nicht zu finden. Ich stellte meinen Koffer im Betriebsgang ab und suchte den Maschinenraum. Dort lief ich Heiner Gerst, seines Zeichens „Star“-Maschinenassistent über den Weg …… was bist du? Elektriker sagte ich. Wir haben schon einen, du bist bestimmt der neue Assi. Nimm dir mal einen Putzlappen, schau dir den Maschinenraum an und wenn du Öl auf den Flurplatten siehst wisch es weg. Nachdem ich mich dann beim Chief gemeldet hatte, bekam ich eine Kammer zugewiesen zusammen mit dem Fischmehler. Die Kammer lag auf dem Hauptdeck Steuerbordseite hinter dem Kreiselkompassraum. Nach dem Ausrüsten des Schiffes begann die Reise zum Fangplatz Labrador. Wie es einst begann …Am 21.04.1969 wurde ich im VEB Fischkombinat Rostock als E-Assi (Elektroassistent) eingestellt. Nach einer positiven gesundheitlichen Seetauglichkeitsuntersuchung und einem mehrtägigen Einstellungslehrgang in Betriebskunde, Arbeitsschutz und in seemännischen Sicherheitsregeln stand der Seefahrt nichts mehr im Wege, dachte ich …Als ich dann am Beginn der 2. Woche zur AKL (Arbeitskräftelenkung) ging, kam die überraschende Auskunft, dass es für mich erst einmal kein Schiff zum anmustern gab, da sich zur Zeit 8 Elektriker in Reserve befanden. Mein Einsatz erfolgte mit Picke und Schaufel beim Bau des TAB (Teilautomatisierter Betrieb für Fischbearbeitung). Gewohnt hat man natürlich im HdH (Haus der Hochseefischer). Im HdH befand sich eine Betriebsgaststätte, die „Höhle“ genannt wurde, es aber im negativen Sinne nicht war. Man konnte sehr preiswert Essen und wurde gut bedient. Die Höhle war abends meistens voll, aber einen freien Platz gab es immer. Als Neuer wurde man gefragt, woher man kommt, welchen Beruf man hat und als was man fahren möchte. Mein Klagen über den Elektriker-Überschuss löste vielseitige Ratschläge am Biertisch aus: -Als Elektromaschinenbauer musst du auf den Großschiffen fahren, dort kannst du Motore wickeln und hast einen guten Job.-Ein Elektriker sagte:“Lass dich auch während der Reservezeit fachlich einsetzen, z. B. in der Ankerwickelei.“-Du musst jeden Tag zur AKL gehen und Betrieb machen …PA’s (Produktionsarbeiter) und Decksmänner waren so knapp, dass sie zur Anmusterung schon aus dem Lehrgang genommen wurden und schnell zum Einsatz kamen. Mit 15,00 M Grundheuer pro Arbeitstag in Reserve verdiente ich nun weniger als im Vorbetrieb zu Hause. Die Ratschläge beherzigend lief ich nun täglich mit folgenden Argumenten ur AKL. zurück weiter geht's ... 1 14 0Diese Homepage wurde erstellt mit dem MAGIX Website Maker - internetseite anmelden Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player. Weitere Informationen finden Sie in magix.info - der Multimedia Wissenscommunity von MAGIX, dem Marktführer für Musiksoftware, Videosoftware und Fotosoftware. |